Zwillinge: doppeltes Glück oder doppeltes Risiko?

Zwillingsgeburten sind nicht sehr häufig, weltweit gesehen werden nur bei einer von 40 Geburten Zwillinge zur Welt gebracht. In den letzten Jahren war jedoch eine Zunahme von Zwillingsgeburten zu beobachten, zumindest in den reichen Industriestaaten. In Deutschland zum Beispiel waren laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2006 1,6% der Geburten Zwillingsgeburten.

 

Die Geburt von Zwillingen gilt grundsätzlich als Risikogeburt, d. h. sie findet unter ärztlicher Betreuung im Krankenhaus statt. Die Sterblichkeitsrate von Mutter und Kind liegt deutlich höher als bei Einzelgeburten, letzteres hauptsächlich bedingt durch Frühgeburten. Abhängig von der Größe und Entwicklung der Föten ist häufig ein Kaiserschnitt erforderlich, aber nicht immer zwingend notwendig.

In der Regel kommen Zwillinge mehrere Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt, da es ihnen in der Gebärmutter zu eng wird. Der Geburtsvorgang selbst dauert bei der Geburt von Zwillingen allerdings nicht länger als bei einer Einzelgeburt. Der Grund dafür ist dass der Muttermund für die Geburt des ersten Kindes bereits geöffnet ist und sich auch nicht wieder schließt. Nach einer Pause, die unterschiedlich lang sein kann, kommt das zweite Kind auf gleichem Weg hinterher. Der Arzt achtet allerdings darauf, dass die Pause zwischen den Geburten nicht zu lange ist (max. 15 Min.), damit das zweite Kind nicht durch eine Plazentaablösung oder Gebärmutterverkleinerung gefährdet wird.