Was ist eigentlich eine vaginale Geburt?

Unter einer vaginalen Geburt versteht man eine Geburt auf natürlichem Weg, bei dem der Fötus den Körper der Mutter durch den Geburtskanal, also den Muttermund und die Vagina, verlässt. Im Gegensatz dazu steht der operative Eingriff des Kaiserschnitts, durch den der Fötus direkt der Gebärmutter entnommen wird.

 

Bei der vaginalen Geburt wird der Fötus zunächst durch die Wehen aus der Gebärmutter Richtung Becken gedrückt. Durch die Retraktion (Zurückziehen) der Gebärmutter öffnet sich dann der Muttermund. Damit der Kopf des Kindes durch das ovale Becken passt, dreht sich das Kind um 90° auf die Seite. Ist der Muttermund vollständig offen, wird der Kopf des Kindes durch die Presswehen durch das Becken gedrückt. Nach einer kurzen Pause muss sich das Kind bei der nächsten Wehe wieder drehen, damit die Schultern durch das Becken passen. Danach folgt schnell der restliche Körper und in etwas längerem Abstand dann die Nachgeburt.

Es ist ganz normal, dass die vaginale Geburt anstrengend und mehr oder minder schmerzhaft ist. Helfen können hier Schmerzmittel, eine Periduralanästhesie (PDA), aber auch Atemtechniken zur Entspannung in der Eröffnungsphase und die individuell angenehmste Gebärposition. Als Grundregel gilt, dass die Mutter umso weniger Schmerzen hat, je entspannter sie während der Geburt ist.