Kaiserschnitt: medizinische Indikation oder Geburtenplanung?

Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, bei dem ein tiefer Einschnitt am Unterbauch der Mutter gemacht wird, durch den der Arzt den Fötus direkt aus der Gebärmutter holt. War ein Kaiserschnitt noch bis vor ein paar Jahrzehnten eine reine Notoperation, nimmt die Anzahl der Wunschkaiserschnitte und auch die der geplanten Kaiserschnitte aufgrund medizinischer Indikatoren kontinuierlich zu.

 

Zu den Indikatoren, die eine Geburt durch Kaiserschnitt zwingend nötig machen, gehören u. a. eine Querlage des Kindes, ein Gebärmutterriss oder Vorerkrankungen von Mutter oder Kind, die eine natürliche Geburt unmöglich machen. Daneben gibt es noch Indikatoren, bei denen ein Kaiserschnitt medizinisch ratsam ist, wie z. B. die Größe des Fötus im Verhältnis zum Becken der Mutter.

Der Wunschkaiserschnitt ist ein noch neuer Trend und hat für viele Frauen den Charme, dass sie die Schmerzen einer natürlichen Geburt vermeiden und den Geburtstermin vorab bestimmen können. Durch moderne Operationstechniken sind die Risiken beim Kaiserschnitt zwar gesunken und auch natürliche Geburten bei Folgeschwangerschaften möglich, jedoch ist er nach wie vor ein operativer Eingriff. Das Risiko von Infektionen und weiteren Verletzungen, sowie Spätfolgen - z. B. Vernarbung (innerlich und äußerlich), Stillprobleme, Probleme bei Folgeschwangerschaften, kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Geplante Kaiserschnitte werden vor dem eigentlichen Geburtsbeginn als primäre Kaiserschnitte durchgeführt, während ein Notkaiserschnitt sowohl primär als auch sekundär, d. h. nachdem der Geburtsvorgang bereits begonnen hat, durchgeführt werden kann.